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Stefan Teuber: Einbeck - Petersilienwasser

Befunde und Bebauungsstrukturen des 13. bis 20. Jahrhunderts

Von 1996 bis 2005 wurden in Einbeck in einem stadtgeschichtlich bedeutenden Bereich mehrere Grabungskampagnen und Baustellenbegleitungen durchgeführt. Zusammen konnten in diesem Grabungsgebiet circa 2300 qm Fläche mit bis zu 3,20 m mächtiger anthropogener Stratigrafie untersucht werden.

Die Auswertung der freigelegten Baubefunde konnte in neun Hauptphasen unterteilt werden, welche die ganze Entwicklung eines kompletten Straßenzuges mit Gebäuden, Kloaken, Gewerbeanlagen, Herdstellen usw. sowie eines Zehnthofes seit der Mitte des 13. Jahrhunderts detailliert aufzeigen. Insgesamt wurden

73 Gebäude nachgewiesen, die zum größten Teil mehrere Umbaumaßnahmen erkennen ließen.

Die besondere topografische Bodensituation mit hervorragenden Erhaltungsbedingungen für organisches Material ist nahezu einzigartig in der Mittelgebirgszone. Neben in Holz erhaltenen Hausgrundrissen, die auch die Konstruktion der aufgehenden Wände erkennen ließen, wurden mehrere in Holz erhaltene Fasskloaken und ein Brunnenschacht freigelegt. Gerade aufgrund dieser Erhaltungsbedingungen konnten die herausgearbeiteten Entwicklungsphasen, normalerweise oft auf die üblichen Datierungsmethoden über das im Boden eingeschlossene Fundmaterial beschränkt, auch durch dendrochronologische Datierungen zeitlich präzise fixiert werden.

Zur Bestätigung der am Petersilienwasser herausgearbeiteten Ergebnisse wurden vor der stadtgeschichtlichen und überregionalen Einordnung der Entwicklungen und Bauformen noch zwei weitere Grabungen im Einbecker Stadtgebiet vorgestellt. Beigegeben sind auch Untersuchungsberichte zu mehreren geborgenen Getreidevorräten und zu zwei Kleinkinderbestattungen.

Besondere stadtgeschichtliche Bedeutung erhalten archäologische Grabungen für Einbeck auch dadurch, dass die gesamte schriftliche Überlieferung der Stadt bei dem Stadtbrand des Jahres 1540 vollständig vernichtet wurde